Digitalwirtschaft: Großer Facharbeitermangel

Die Digitalwirtschaft schafft immer mehr Arbeitsplätze in Deutschland. Im vergangenen Jahr habe man 45 000 zusätzliche Jobs in der IT und Telekommunikationsbranche verzeichnet, sagte Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom, am 14. Februar in Berlin. Das sei der historisch stärkste Beschäftigungszuwachs innerhalb eines Jahres. Auch für das laufende Jahr sieht der Verband optimistisch in die Zukunft: 2018 würden 42 000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Digitalwirtschaft: Großer Facharbeitermangel

In den vergangenen fünf Jahren seien in der Bitkom-Branche 150 000 zusätzliche Jobs entstanden, sagte Berg. Gleichzeitig seien in Deutschland 55 000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Politik und Wirtschaft seien hier gemeinsam gefordert, sagte Berg. «Wir müssen unser Bildungssystem so weiterentwickeln, dass in Zukunft genügend IT-Experten zur Verfügung stehen und insbesondere die Rolle von Frauen in der IT gestärkt wird.» Außerdem sollte die Zuwanderung ausländischer Spezialisten in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. «Wir haben einfach zu wenig Fachkräfte.» (dpa)

Wissenschaftsjahr startet - Wanka: «Vollbeschäftigung erreichbar»

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sieht Vollbeschäftigung in Deutschland nicht zuletzt durch mehr Bildung und Forschung als erreichbar an. Anlässlich des offiziellen Starts des Wissenschaftsjahrs 2018 an diesem Montag (19. Februar) in Berlin sagte Wanka der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: «Wir wollen im gesellschaftspolitischen Dialog zeigen, dass wir unsere Zukunft gerade durch Bildung und Wissenschaft selber gestalten können.»
Wissenschaftsjahr startet - Wanka: «Vollbeschäftigung erreichbar»
Bild: Christoph Schmidt/dpa

Sie sehe gute Chancen, «dass wir das Ziel der Vollbeschäftigung in Deutschland erreichen», sagte die Ministerin, die dem Kabinett einer neuen Regierung voraussichtlich nicht mehr angehören wird.
Union und SPD hatten sich im Entwurf ihres Koalitionsvertrags ausdrücklich zum Ziel der Vollbeschäftigung bekannt. Von Vollbeschäftigung spricht man, wenn alle Menschen, die Arbeit aufnehmen können und wollen, auch Arbeit bekommen. Begrenzte Arbeitslosigkeit und Vollbeschäftigung sind miteinander vereinbar.
Das Thema des Wissenschaftsjahrs 2019 lautet «Arbeitswelten der Zukunft». Im Zentrum steht die Frage, wie die Digitalisierung, neue Arbeitsmodelle und die Entwicklung künstlicher Intelligenz die Arbeit verändern. Während Gewerkschafter wie Verdi-Chef Frank Bsirske seit Längerem vor der Gefahr massenhafter Arbeitslosigkeit durch Roboterisierung ganzer Berufe warnen, betonten Arbeitgebervertreter wiederholt Chancen der Digitalisierung.
Beim Wissenschaftsjahr nun sollen Forschungsprojekte und -ergebnisse in die Öffentlichkeit getragen werden. Die Bundesregierung will erreichen, dass die Bürger konkret mehr von der wissenschaftlichen Forschung in dem Bereich mitbekommen. Sie sollen sich durch verschiedene Projekte auch verstärkt selbst beteiligen können. Hunderte Organisationen, Vereine, Unternehmen und andere beteiligten sich an bisher 15 Wissenschaftsjahren.
Zuletzt hatte die damalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) einen mehrmonatigen Diskussionsprozess zum Thema Zukunft der Arbeit unter dem Schlagwort «Arbeit 4.0» geführt. Ergebnisse präsentierte sie im November 2016 in Berlin. Dabei ging es unter anderem darum, wie die Politik darauf reagieren soll, dass Arbeit durch Smartphone und Co. immer weniger an Arbeitsplatz und Arbeitszeit gebunden ist. Nahles schlug unter anderem eine kontrollierte und begrenzte Lockerung bei der Arbeitszeit vor und wollte einen Schub bei der Qualifizierung der Arbeitnehmer erreichen.
Ein Vorstoß von Nahles, Unternehmen und Arbeitgebern mehr Experimentiermöglichkeiten bei der Arbeitszeit zu geben, scheiterte in der vergangenen Legislaturperiode.
Für eine neue Koalition haben sich Union und SPD nun vorgenommen, über eine Tariföffnungsklausel im Arbeitszeitgesetz solche Experimentierräume zu schaffen. Das Ziel ist eine Öffnung für mehr selbstbestimmte Arbeitszeit der Arbeitnehmer und mehr betriebliche Flexibilität in der zunehmend digitalen Arbeitswelt.
Zugleich versprechen Union und SPD im Entwurf für ihren Koalitionsvertrag eine Offensive für Bildung, Forschung und Digitalisierung. Geplant sind unter anderem die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik, mehr Geld für Forschung und Innovationen und flächendeckende Glasfasernetze in Deutschland. (dpa)

Streit um VW-Haustarif

Im Streit um den Haustarif bei Volkswagen gehen die Verhandlungen in die vierte Runde. Am Dienstag (20. Februar, 16.00 Uhr) wird die Tarifrunde in Langenhagen bei Hannover fortgesetzt. Anfang Februar hatte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh die Arbeitgeberseite vor einer deutlichen Ausweitung der Warnstreiks gewarnt. «Zur Not werden wir den halben Konzern zum Stillstand bringen», sagte er. IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger bezeichnete das VW-Angebot als «Mogelpackung».
Streit um VW-Haustarif
Bild: dpa

Das Angebot sei nicht einmal im Ansatz verhandelbar, sagte Osterloh. In einem Interview im Volkswagen-Intranet, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, erklärte Osterloh, die Beschäftigten wünschten sich mehr Selbstbestimmung: «Es geht beispielsweise um mehr Flexibilität, die den jeweiligen Lebensphasen gerecht wird.» Das gehe aus einer Umfrage des Gesamtbetriebsrats hervor, an der sich allein in Deutschland mehr als 51 000 Mitarbeiter beteiligt hätten.

«Einen weiteren klaren Auftrag gibt es auch beim Wunsch nach tariflichen Wahlmöglichkeiten für mehr Entgelt oder mehr Freizeit», sagte Osterloh. Personalvorstand Karlheinz Blessing sagte laut eines der dpa vorliegenden internen Interviews, die Vereinbarkeit von Karriere und Familie und die Gleichstellung der Geschlechter seien ihm «eine Herzensangelegenheit». Man arbeite an Verbesserungen, die der heutigen Lebenswirklichkeit gerecht würden. «Ich hoffe, dass wir bei den Verhandlungen zu einer guten Einigung kommen», sagte er.

Zuvor hatte Volkswagen ein verbessertes Angebot vorgelegt, das eine zweistufige Tariferhöhung um 3,5 Prozent ab Mai und 2 Prozent ab Mai 2019 bei einer Gesamtlaufzeit von 30 Monaten vorsieht - nach drei Nullmonaten. Der Verhandlungsführer und Personalchef der Marke VW, Martin Rosik, mahnte, Wettbewerbsfähigkeit und Kostendisziplin seien Voraussetzung für zukunftsfeste Jobs: «Wir haben der IG Metall erneut angeboten, gemeinsam und konstruktiv eine Lösung zu erarbeiten.»

Die Gewerkschaft hatte dagegen 6 Prozent mehr Geld gefordert, zudem eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung sowie eine Garantie für den Erhalt von Ausbildungsplätzen.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif und lief Ende Januar aus. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

Aufschwung bringt mehr Jobs und mehr Arbeit

Das andauernde Wirtschaftswachstum bringt in Deutschland immer mehr Jobs. Im vierten Quartal 2017 ist die Zahl der Erwerbstätigen zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf den Rekordwert von 44,7 Millionen gewachsen, wie das Statistische Bundesamt am 14. Februar in Wiesbaden berichtete. Das sei der höchste Stand seit der Wiedervereinigung.
Aufschwung bringt mehr Jobs und mehr Arbeit
Bild: dpa

Auch das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - also die von sämtlichen Erwerbstätigen geleistete Arbeitszeit - stieg im Gesamtjahr 2017 auf nahezu 60 Milliarden Stunden. Nur unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung hatten die Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB im Jahr 1991 mit 60,3 Milliarden Stunden einen höheren Wert ermittelt. Damals gab es nur 38,8 Millionen Erwerbstätige, die aber unter anderem in der zusammenbrechenden Wirtschaft Ostdeutschlands eher auf Vollzeitstellen beschäftigt waren.

Der Aufschwung sorgte zum Jahresende für einen weiteren Anstieg der Beschäftigungsverhältnisse mit Sozialversicherung. Gerade in der Dienstleistungsbranche wurden zusätzliche Kräfte regulär angestellt, während die Zahlen für geringfügig Beschäftigte sowie Selbstständige zurückgingen. Auch in der Industrie und am Bau wurden zusätzliche Jobs angeboten.

Die zusammengenommene Zahl der Arbeitnehmer und Selbstständigen in Deutschland wächst schon seit zwölf Jahren stetig. Im Gesamtjahr 2017 war die Erwerbstätigkeit um 1,5 Prozent auf durchschnittlich 44,3 Millionen Menschen gewachsen, wie das Statistische Bundesamt bereits im Januar mitgeteilt hatte. Das war der stärkste Anstieg seit 2007. (dpa)

Verdi-Chef Bsirske dringt auf Mindestlohn von zehn Euro

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, plädiert für eine deutliche Anhebung des Mindestlohns. «Ich würde es angesichts der günstigen Konjunkturlage und der Situation am Arbeitsmarkt begrüßen, wenn der Mindestlohn 2019 die Zehn-Euro-Marke knackt», sagte Bsirske den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Verdi-Chef Bsirske dringt auf Mindestlohn von zehn Euro
Bild: dpa

«Eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zehn Euro ist ökonomisch sinnvoll und wird keine Branche in Deutschland überfordern.» Daher lohne es sich, für eine deutliche Anhebung des Mindestlohns zu streiten, und zwar über den Wert hinaus, der sich aus den Lohnsteigerungen der letzten zwei Jahre ergebe.

Seit Anfang 2017 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,84 Euro. Nach den geltenden Regeln empfiehlt eine Mindestlohnkommission mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern regelmäßig die Anpassungen an die Tariflohnentwicklung - und zwar alle zwei Jahre. (dpa)

Zwei von drei Arbeitnehmern gehen krank zur Arbeit

Zwei Drittel der Arbeitnehmer in Deutschland gehen nach neuen Umfrage-Ergebnissen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) krank zur Arbeit. Demnach gaben im vergangenen Jahr 67 Prozent der Arbeitnehmer an, dass sie in den zwölf Monaten vor dem Befragungszeitpunkt mindestens an einem Tag zur Arbeit gegangen sind, obwohl sie sich richtig krank gefühlt haben, wie der DGB am 15. Februar in Berlin mitteilte. Zuvor hatte die Zeitung «Die Welt» darüber berichtet.
Zwei von drei Arbeitnehmern gehen krank zur Arbeit
Bild: Arno Burgi/dpa-Zentralbild

Jeder Dritte sagte, nie krank zur Arbeit gegangen zu sein. Ein Fünftel der Befragten gab an, dies weniger als eine Woche getan zu haben. 17 Prozent gingen ein bis zwei Wochen lang krank zur Arbeit. 29 Prozent arbeiteten demnach zwei Wochen oder länger, obwohl sie krank waren. Die Zahlen sind eine Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit 2017, der im vergangenen November vorgestellt worden war. Die Werte unterscheiden sich kaum von der Vorgängererhebung aus dem Jahr 2015.

Die «Welt» beleuchtete das Phänomen anlässlich der aktuellen Grippesaison: «Hunderttausende (...) schleppen sich trotz Husten, Schnupfen, Heiserkeit weiter ins Büro, in den Laden, in die Fabrik.» Udo Buchholz, ein Infektionsepidemiologe am Robert-Koch-Institut, sagte der Zeitung: «Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause, wenigstens für ein paar Tage, alles andere ist unvernünftig.» Denn dann werde man schneller wieder gesund. «Und in den ersten beiden Tagen ist man besonders ansteckend.»

Allerdings helfe das Auskurieren in den eigenen vier Wänden kaum, die Ausbreitung von Erkältungsviren zu begrenzen. Zu Hause gebe es auch Menschen, die man anstecken könne, sagte der Experte. Die Kontakte dort seien in der Regel häufiger und enger als am Arbeitsplatz. «Im Ergebnis hält sich das epidemiologisch vielleicht sogar die Waage.» (dpa)

Kaufhof baut 400 Arbeitsplätze in der Konzernzentrale ab

Die angeschlagene Warenhauskette Kaufhof will bis 2020 rund 400 der rund 1600 Arbeitsplätze in der Kölner Konzernzentrale streichen. Der Stellenabbau solle aber sozialverträglich durch natürlich Fluktuation, Übergangsregelungen für ältere Mitarbeiter und Abfindungen erfolgen, kündigte das Unternehmen an. Zuvor hatten die «Badischen Neuesten Nachrichten» (BNN) und weitere Zeitungen über die Pläne berichtet.
Kaufhof baut 400 Arbeitsplätze in der Konzernzentrale ab
Bild: dpa

Der Hintergrund: Der Warenhauskonzern Kaufhof steckt in der Krise: Die Geschäfte laufen nicht so wie von den neuen kanadischen Eigentümern erhofft. Die Umsätze sinken. Das Unternehmen kämpft mit roten Zahlen. Kaufhof-Chef Roland Neuwald sagte dem «Kölner Stadt-Anzeiger», ein Personalabbau sei deshalb unumgänglich. Das Unternehmen brauche eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur. Derzeit seien die Kosten noch viel höher als bei den Wettbewerbern.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Handelsriese angekündigt, mit der Gewerkschaft Verdi über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung verhandeln zu wollen. Das Unternehmen erhofft sich durch Zugeständnisse der Mitarbeiter eine «finanzielle Atempause». Doch gab es bisher keine greifbaren Fortschritte in diese Richtung.

Neuwald warnte wohl auch deshalb im Gespräch mit der «Bild»-Zeitung, sollte Verdi beim Tarifvertrag für die 21 000 Beschäftigten nicht zu Einschnitten bei Lohn, Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereit sein, seien weitere Jobs in Gefahr. «Dann müssen wir auf Sicht über Jobabbau in den Filialen sprechen. Wir brauchen die wirtschaftliche Atempause, um wieder Wasser unter den Kiel zu bekommen», zitierte das Blatt den Manager. Neuwald betonte, bei des Sanierungsbemühungen müsse jeder einen Beitrag leisten: der Eigentümer, die Manager, die Mitarbeiter und auch die Lieferanten in Form von Preisnachlässen.

Das 3-Milliarden-Euro-Kaufangebot von Karstadt-Eigner René Benko für den Kaufhof bewertete Neuwald als wenig hilfreich zur Lösung der Probleme der Warenhauskette: «Ich sehe nicht, dass dadurch ein besseres Geschäftsmodell entsteht. Unsere größten Konkurrenten sind die Amazons und Zalandos dieser Welt.» (dpa)

Kreuzfahrtbranche sucht händeringend Personal

Die boomende Kreuzfahrtbrache kämpft mit dem Fachkräftemangel. «Er ist auch dort längst angekommen, obwohl die Branche sehr gute Arbeitsmöglichkeiten bietet», sagte Fachvermittler André Nickel von der Bundesagentur für Arbeit am 8. Februar auf der Cruise Jobs & Hotel Career Lounge in Hannover.
Kreuzfahrtbranche sucht händeringend Personal
Bild: dpa

Bei der Jobbörse bieten namhafte Reedereien und Freizeitanlagen Hunderte Stellen in der Kreuzfahrtbranche und Hotellerie an. Laut Veranstalter benötigt die Kreuzfahrtbranche in den kommenden fünf Jahren für 75 neue Schiffe rund 100 000 zusätzliche Besatzungsmitglieder.
Viele der Interessenten reisten aus dem In- und Ausland an, um sich zu informieren. Mit der steigenden Beliebtheit von Kreuzfahrten bei Touristen steigt der Mitarbeiterbedarf in Service, Gastronomie und Animation auf den Luxuslinern. Gesucht wird nicht nur qualifiziertes Fachpersonal für Küche, Bar, Rezeption und Restaurant, sondern auch für Shops, Sport- oder Spa-Angebote und technische Einrichtungen. (dpa)

Paracelsus-Kliniken wollen an fünf Standorten Personal abbauen

Die insolvente Klinikgruppe Paracelsus will an fünf Standorten in Deutschland Stellen streichen. Betroffen seien die Kliniken in Osnabrück, Karlsruhe, Henstedt-Ulzburg, Zwickau und Reichenbach, sagte der Generalbevollmächtigte Reinhard Wichels am gestrigen Dienstag in Osnabrück.
Paracelsus-Kliniken wollen an fünf Standorten Personal abbauen
Bild: dpa

Auch in der Osnabrücker Konzernzentrale sollen 20 Vollzeitstellen wegfallen. Paracelsus hat deutschlandweit rund 40 medizinische Einrichtungen. In dem Konzern arbeiten 5200 Menschen. Kurz vor Weihnachten beantragte das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung.

Paracelsus hatte bereits angekündigt, dass bundesweit 400 Stellen abgebaut werden sollen und das Haus in Karlsruhe geschlossen werden soll. An den einzelnen Standorten laufen derzeit Verhandlungen mit den Betriebsräten. Es gebe aber auch Gespräche mit potenziellen Investoren.

Am Stammsitz Osnabrück sollen in der Klinik 30 Vollzeitstellen und in der Konzernverwaltung 20 Vollzeitstellen wegfallen, sagte Wichels. In Karlsruhe verlieren 190 Menschen ihren Job. Der Stellenabbau an den anderen Standorten entspreche vom Umfang her ungefähr dem in Osnabrück.

«Wenn wir den Stellenabbau vollzogen haben, werden wir ganz schnell in eine wirtschaftlich tragfähige Situation kommen», sagte Wichels. Die Defizite seien auf wenige Standorte begrenzt, die meisten Häuser seien wirtschaftlich gesund. Bis Mitte des Jahres werde die Neuausrichtung der Paracelsus-Gruppe stehen. (dpa)

Bis zu 6 Prozent mehr Geld für Bodenpersonal der Lufthansa

In einem langfristigen Tarifvertrag haben Lufthansa und Verdi steigende Gehälter für die rund 30 000 Beschäftigten der Bodendienste vereinbart. Sie sollen in einer ersten Stufe rückwirkend ab dem 1. Februar 3 Prozent mehr Geld bekommen. Eine zweite Stufe zum 1. Mai 2019 beträgt ebenfalls 3 Prozent, ist aber an den wirtschaftlichen Erfolg der jeweiligen Lufthansa-Teilgesellschaften gekoppelt, wie beide Seiten gestern (7. Februar) mitteilten. Die Laufzeit beträgt 33 Monate bis Ende September 2020.
Bis zu 6 Prozent mehr Geld für Bodenpersonal der Lufthansa
Bild: dpa

Würden die vereinbarten Ziele etwa bei der Frachtgesellschaft Lufthansa Cargo oder der Catering-Tochter LSG verfehlt, stiegen die Gehälter in der zweiten Stufe dort nur um 1,8 Prozent. «Mit diesem variablen Vergütungsmodell berücksichtigen wir die wirtschaftliche Situation unserer einzelnen Geschäftsfelder», erklärte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens.
Für sämtliche Lufthansa-Techniker wird die erste Stufe als Sockelbetrag von knapp 107 Euro ausgezahlt, was für die unteren Lohngruppen eine stärkere Steigerung als die durchschnittlichen 3 Prozent bedeutet. In den höheren Lohngruppen fällt sie prozentual entsprechend geringer aus.
In den Verhandlungen hatte Verdi auch Tarifmodelle vorgeschlagen, in denen die Beschäftigten zwischen zusätzlicher Vergütung oder freien Tagen hätten wählen können. Dieser Vorschlag kam zunächst nicht durch, soll aber künftig in Arbeitsgruppen besprochen werden, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft. (dpa)

Social Media


Besuchen Sie uns auf:
Facebook
Google Plus
Twitter

Kontakt

  • Zentrale: +49 (0) 2381 915-194
  • EMail

Sonstiges