«Negerkuss» bestellt - Manager darf nicht gekündigt werden

In einer Kantine bestellte er bei einer aus Kamerun stammenden Frau einen «Negerkuss» - ein Reiseunternehmen durfte den langjährigen Mitarbeiter dafür aber nicht fristlos entlassen. Das entschied das Arbeitsgericht Frankfurt laut einer Mitteilung vom 19. Juli. Die Schaum-Süßigkeit mit einer Waffel und einem Schokoüberzug ist auch unter dem Namen «Schokokuss» bekannt.
«Negerkuss» bestellt - Manager darf nicht gekündigt werden

Da der Mann aus dem mittleren Management mehr als zehn Jahre ohne Beanstandungen gearbeitet habe, sei ohne vorherige Abmahnung weder eine außerordentliche fristlose noch eine ordentliche Kündigung gerechtfertigt, befand das Gericht. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.
Ein Sprecher des Reiseunternehmens Thomas Cook sagte, man werde vor weiteren Schritten die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Es habe sich aber um keinen einmaligen Vorfall gehandelt, sondern um eine fortgesetzte Provokation gegen die betroffene Person über einen längeren Zeitraum. Als multikulturelles Unternehmen setze sich Thomas Cook gegen jede Form der Diskriminierung ein.

Musikmarkt wächst um 3,6 Prozent

Das Musik-Streaming im Internet wächst kräftig, beschleunigt aber auch den Rückgang der CD. Ein analoger Gewinner im digitalen Zeitalter ist dagegen die gute alte Schallplatte.
Musikmarkt wächst um 3,6 Prozent

Das Wachstum auf dem deutschen Musikmarkt geht weiter. Im ersten Halbjahr 2016 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 719 Millionen Euro, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Dienstag in Berlin mitteilte.

Den kräftigsten Ausschlag gaben dabei Streaming-Angebote wie Spotify, Napster, Deezer oder Apple Music, bei denen die Songs direkt aus dem Internet abgespielt werden. Ihre Umsätze legten um 88 Prozent zu und machen inzwischen fast ein Viertel des Gesamtgeschäfts (176 Millionen Euro) aus. 2015 lag der Marktanteil noch bei 12,8 Prozent. Dass sich der Streaming-Anteil nahezu verdoppelt habe, mache deutlich, «dass unsere Branche gelernt hat, mit den Gegebenheiten der digitalen Welt umzugehen», sagte BVMI-Chef Florian Drücke.

Das starke Wachstum beim Streaming beschleunigt aber auch den Rückgang im CD-Geschäft. Der Umsatz mit den Silberscheiben sackte um knapp zehn Prozent ab, auch wenn er mit 376 Millionen Euro noch mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes ausmacht. Die CD blieb in Deutschland bisher deutlich populärer als in Märkten wie die USA, wo ihre Verkäufe deutlich früher und schneller sanken.

Großer Gewinner ist - zumindest was den Zuwachs betrifft - die gute alte Schallplatte. Sie verzeichnete ein Plus von 46,2 Prozent. Dass es sich aber eher um einen Nischenmarkt handelt, zeigt der Anteil am Gesamtumsatz (4,3 Prozent).

Bei den Zahlen handelt es sich laut BVMI um vorläufige Werte, die noch nachkorrigiert werden können. Die Vergleiche beziehen sich auf die endgültigen Zahlen des ersten Halbjahres 2015.

Die Musikindustrie musste sich als eine der ersten Branchen dem digitalen Wandel stellen. Nachdem das Geschäft lange Zeit unter anderem wegen der Verbreitung illegaler Kopien im Internet schrumpfte, wurde im Jahr 2013 erstmals seit 15 Jahren ein schmales Umsatzplus von 1,2 Prozent verzeichnet. Seitdem geht es kontinuierlich bergauf. Im gesamten Jahr 2015 stiegen die Umsätze um 4,6 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro.

Tarifverhandlungen Deutsches Rotes Kreuz

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten des Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Vorfeld der fünften Runde der Tarifverhandlungen zu Warnstreiks und Aktionen auf. „Die DRK-Beschäftigten werden die Zeit bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 26. Juli nutzen, um den Arbeitgebern mit Aktionen und Warnstreiks zu verdeutlichen, wie wichtig ihnen eine bessere Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sind“, kündigte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler an.
Tarifverhandlungen Deutsches Rotes Kreuz

ver.di ruft unter anderem für Dienstag, den 26. Juli 2016, zum Warnstreik auf. Zentraler Kundgebungsort ist Stuttgart (12.30 Uhr, Theodor-Heuss-Str. 2).
Während der Warnstreiks ist vor allem mit Einschränkungen im Kran-kentransport zu rechnen, die Notfallrettung ist jedoch immer gewährleistet.
Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern, der Bundestarifgemeinschaft des DRK, werden am kommenden Dienstag und Mittwoch (26. und 27. Juli 2016) in Stuttgart fortgesetzt. ver.di fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn sowie 80 Euro mehr für Auszubildende, eine Dynamisierung der Zulagen und 30 Tage Urlaub für ver.di-Mitglieder. In den bisherigen vier Verhandlungsterminen habe man sich bereits darauf verständigt, die Eingruppierungsregelungen des kommunalen öffentlichen Dienstes für den Sozial- und Erziehungsdienst zu übernehmen, sagte Bühler. Nun gelte es, auch den Lohnabstand zum öffentlichen Dienst aufzuholen und die Arbeitszeitregelungen im Rettungsdienst zu verbessern. Die Arbeitgeber hatten sich nach der letzten Verhandlungsrunde am 20. Juli Bedenkzeit erbeten.
Beim DRK arbeiten insgesamt rund 150.000 Menschen. Für etwa 50.000 Beschäftigte gelten die zwischen ver.di und der Bundestarifgemeinschaft DRK tariflich vereinbarten Arbeits- und Entgeltbedingungen.

Viel Neues bei Sanitär Heizung Klima

Auch im Bereich Sanitär, Heizung, Klima hält die Digitalisierung Einzug. Vernetzte Systemtechnik wie Smart Home-Systeme und das Thema Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung. Nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung, neue Systeme für das Management von Gebäuden, deren Installation und die entsprechende Kundenberatung sind stärker gefragt.
Viel Neues bei Sanitär Heizung Klima
Bild: ©BTGA

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat daher gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis im Auftrag der Bundesregierung die dreieinhalbjährige handwerkliche und industrielle Ausbildung der Anlagenmechaniker/-innen für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) modernisiert. Die neue Ausbildungsordnung tritt zum 1. August in Kraft. Das Thema Gebäudemanagementsysteme ist neu im Ausbildungsrahmenplan. Angehende Anlagenmechaniker/-innen SHK erwerben insbesondere umfassende Kenntnisse über Regelungs-, Gebäudeleit- und Datenaustauschsysteme sowie über Möglichkeiten der Fernüberwachung von Gebäuden; sie lernen, hierüber die Kunden zu beraten und die entsprechenden Systeme zu installieren. Dazu gehört auch, gerätespezifische Software, zum Beispiel Apps, anzuwenden. Dabei gilt es, gewerkeübergreifende Zusammenhänge und die Anforderungen an energetische Gebäudestandards und Energieeffizienz zu berücksichtigen; das Haus wird hierbei als energetisches Gesamtsystem gesehen.

Virtuelle Teamarbeit

Die Effektivität eines Arbeitsteams hängt damit zusammen, wie sehr sich die Teammitglieder gegenseitig vertrauen. Dies gilt für „virtuelle Teams“, also Arbeitsgruppen, die größtenteils digital kommunizieren, noch mehr als für Teams, die sich real sehen. Zu diesem Ergebnis kommen Psychologinnen und Psychologen in einer Metaanalyse von 54 Studien, die im „Journal of Applied Psychology“ veröffentlicht wurde.
Virtuelle Teamarbeit
Bild: Privat/Prof. Dr. Guido Hertel

In der heutigen Arbeitswelt gehören virtuelle Teams, die räumlich getrennt arbeiten und deren Kommunikation digital abläuft, zum Alltag. Eine der Hauptherausforderungen für diese Teams besteht darin, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. „Uns hat interessiert, wie wichtig Vertrauen für die effektive Zusammenarbeit von Teams ist, und ob die Bedeutung von Vertrauen steigt, wenn Teams virtuell zusammenarbeiten“, sagt Guido Hertel, Professor für Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Münster.

Metaanalyse zum Zusammenhang von Vertrauen und Effektivität: Das Forscherteam (Christina Breuer, Joachim Hüffmeier und Guido Hertel) führte in einer Metaanalyse die Ergebnisse von 54 unterschiedlich angelegten Einzelstudien zusammen (darunter Laborstudien und Untersuchungen aus dem realen Arbeitskontext). Alle Studien befassten sich damit, wie Vertrauen im Team mit effektivem Arbeiten zusammenhängt. Insgesamt fanden Daten von 12615 Personen aus 1850 Teams Eingang in die Metaanalyse. Das Forscherteam analysierte außerdem, in welchem Ausmaß Arbeitsschritte als geschriebener Text, Audio- oder Videodateien dokumentiert wurden.

Vertrauen ist wichtig – vor allem in virtuellen Teams: Die Studien zeigen: Vertrauen sich Teammitglieder gegenseitig, arbeiten sie effektiver. Teamvertrauen erleichtert sowohl die Koordination als auch die Kooperation. Mitglieder von Teams, in denen hohes Vertrauen vorhanden ist, sind zufriedener mit ihrer Arbeit, gewillter sich anzustrengen und auch anderen zu helfen.
Bei virtuellen Teams ist der Zusammenhang zwischen Vertrauen und Effektivität noch höher. „Der Kontakt von Angesicht zu Angesicht, der virtuellen Teams fehlt, kann durch erhöhtes Vertrauen wettgemacht werden“, sagt Guido Hertel. „Gleichzeitig bieten virtuelle Teams aber auch effektive Alternativen für das Vertrauensproblem“.

Dokumentation fördert effektives Arbeiten: Der Zusammenhang zwischen Vertrauen und Teameffektivität wird nämlich durch das Ausmaß an Dokumentation beeinflusst. Bei guter Dokumentation wird der Zusammenhang zwischen Vertrauen und Teameffektivität schwächer. Bei virtuellen Teams ohne Dokumentation der Arbeitsschritte ist die Bedeutung von Vertrauen am größten. Das Forscherteam geht davon aus, dass die Dokumentation in virtuellen Teams zu einer Risikoreduktion führt, weil Teammitglieder jederzeit auf die dokumentierten Arbeitsschritte zurückgreifen können. „Vertrauen in Teams ist wichtig, aber nicht immer unabdingbar. Gerade in virtuellen Teams kann eine Dokumentation von Arbeitsschritten effizienter und einfacher sein als aufwändige vertrauensbildende Maßnahmen“, sagt Guido Hertel.

Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus

Immer mehr Bank-Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte online - die Deutsche Bank reagiert und macht ein Viertel der Filialen in Deutschland dicht. Nun steht fest, welche Standorte geschlossen werden.
Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus

Bei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am meisten betroffen. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. In Berlin sind es 43 Filialen - darunter 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Die Deutsche Bank veröffentlichte am Sonntag (17. Juli) im Internet die Liste der betroffenen Standorte, die geschlossen werden - insgesamt sind es 188. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit auch Kosten senken.

Zuvor hatte die «Bild am Sonntag» über die Liste berichtet. Demnach macht das größte deutsche Geldhaus zum Beispiel in Niedersachsen 16 Filialen dicht, in Baden-Württemberg 12 und in Bayern 11. In Hamburg sind 9 Außenstellen betroffen und in Hessen 11, darunter fünf am Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt.

Das Institut hatte bereits im Juni auch im Zuge ihres Sparkurses angekündigt, dass gut ein Viertel der Filialen in Deutschland geschlossen werden sollen - die Zahl der Standorte wird von 723 auf 535 verringert. Mit dem neuen Filialnetz reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben außerdem darauf, dass immer mehr Kunden Online-Banking nutzen.

Immer weniger Menschen nutzten das Angebot, in eine Filiale zu kommen, sagte der Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Christian Sewing, am Sonntag auf dpa-Anfrage. Von den 188 Filialen, die geschlossen werden, sollten rund 30 an ländlichen Standorten in «Finanzagenturen» umgewandelt werden. Diese sollen demnach einen Großteil des heutigen Beratungsangebots weiter fortführen und über SB-Zonen mit Geldautomaten verfügen. «Damit bleiben wir also auch auf dem Land für unsere Kunden gut zu erreichen.»

Sewing bekräftigte, die Deutsche Bank wolle bis 2020 rund 750 Millionen Euro in den Ausbau ihres digitalen Angebots investieren. Außerdem solle es künftig zusätzlich sieben Beratungscenter in Deutschland geben, in denen 360 ausgebildete Bankkaufleute per Video, Chat oder Telefon die Kunden beraten, auch außerhalb der klassischen Banköffnungszeiten.

Um trotz des anhaltenden Zinstiefs Erträge zu steigern, will die Deutsche Bank außerdem verstärkt auf vermögende Kunden setzen, wie sie bereits mitgeteilt hatte. In jeder Filiale soll es künftig Beratung zur Vermögensverwaltung geben. Dafür wird die Zahl der Experten in diesem Bereich aufgestockt.

Im Zuge ihres Sparkurses hatte die Deutsche Bank ebenfalls bereits im Juni mitgeteilt, dass knapp 3000 Vollzeitstellen wegfallen. Davon sollen etwa 2500 auf das Privat- und Firmenkundengeschäft entfallen. Betroffen sind unter anderem zudem die Vermögensverwaltung und das Risikomanagement.

Über den Stellenabbau hinaus zieht sich die Deutsche Bank aus zehn Auslandsmärkten zurück und dampft auch das Investmentbanking ein. 2015 hatte die Deutsche Bank auch wegen der Anlaufkosten für den Konzernumbau einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Unister meldet nach Tod des Chefs Insolvenz an

Auf dem Weg von Venedig nach Leipzig war sein Flugzeug abgestürzt: Thomas Wagner, Chef des Internetkonzerns Unister, kam ums Leben. Wenige Tage später signalisiert ein Insolvenzantrag, dass sein Tod gravierende Spuren im Unternehmen hinterlassen haben muss.
Unister meldet nach Tod des Chefs Insolvenz an

Die Leipziger Internetfirma Unister hat Insolvenz beantragt - vier Tage nach dem Unfalltod ihres Chefs Thomas Wagner. Damit solle die Handlungsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden, teilte Unister auf seiner Internetseite mit. Eine Begründung für den Insolvenzantrag wurde nicht genannt. Ausdrücklich betonte Unister: «Die operativen Gesellschaften der Firmengruppe sind nicht von der Insolvenz betroffen.»

Das Amtsgericht Leipzig bestätigte am Montag (18. Juli) den Eingang des Insolvenzantrags, nannte aber keine Details. Einschlägige Insolvenzgründe sind eine eingetretene oder eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung des Unternehmens. Zuvor hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» über den Insolvenzantrag berichtet.

Nach Unister-Angaben wurde der Anwalt Lucas Flöther als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Flöther gilt als erfahrener Insolvenzexperte. Bundesweit bekannt wurde der Anwalt, dessen Kanzlei Standorte unter anderem in Leipzig, Halle und Magdeburg unterhält, als ihm 2006 das Verfahren für die Leipziger Wohnungsbaugesellschaft West übertragen wurde. Es war einer der größten Anlegerskandale in Deutschland, bei dem mehr als 38 000 Anleger um mehrere hundert Millionen Euro geprellt wurden. Zuletzt führte Flöther unter anderem 2014 den Fahrradhersteller Mifa Sangerhausen aus der Insolvenz.

Unister entwickelt und betreibt Internetportale beispielsweise mit Informations- oder Ratgeberseiten sowie Buchungsportale etwa für Reisen wie Ab-in-den Urlaub.de oder Flüge.de. «Die Portale werden von eigenständigen Unternehmen betrieben, die nicht von der Insolvenz betroffen sind», hieß es in der Mitteilung. Der Konzern beschäftigt diesen Angaben zufolge aktuell rund 1100 Mitarbeiter.

«Der tragische Unfalltod des Gesellschafters bedeutet nicht nur persönlich, sondern natürlich auch gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen» sagte Flöther laut Mitteilung. Er sei auf Vorschlag der Gesellschafter vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens läuft der Mitteilung zufolge ohne Einschränkungen weiter, die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert. Insolvenzgeld wird von der Bundesanstalt für Arbeit für den Zeitraum von bis zu drei Monaten gezahlt.

Wagner war am Donnerstag beim Absturz einer Privatmaschine in Slowenien ums Leben gekommen. Das Unternehmen hatte daraufhin mitgeteilte, der Betrieb laufe planmäßig weiter; über die Nachfolge des Geschäftsführers solle so schnell wie möglich entschieden werden. Mit dem Insolvenzantrag übernimmt nun zunächst der Insolvenzverwalter die Regie.

Familiengeld soll Mütter zu mehr Berufstätigkeit ermutigen

Wie bekommen Eltern die Betreuung ihrer Kinder und den Job unter einen Hut? Der Familienministerin schwebt ein zusätzlicher Zuschuss als Unterstützung vor. Vom Koalitionspartner kommt prompt Gegenwind.
Familiengeld soll Mütter zu mehr Berufstätigkeit ermutigen

Ein neues Familiengeld von 300 Euro monatlich soll Eltern die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf erleichtern - und zwar nicht mehr so ungleich zulasten von Frauen. Das sehen Pläne von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vor. «Ich möchte die Mütter ermutigen, trotz Zeit für die Kinder weiter berufstätig zu bleiben, so dass sie ihre eigene Existenz sichern können», sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Dies ziele auch auf Rentenansprüche. Konkret sollen Eltern, die ihre Arbeit auf 28 bis 36 Wochenstunden senken, je 150 Euro im Monat vom Staat bekommen - für maximal 24 Monate, bis das Kind acht Jahre alt wird. Kosten soll dies rund eine Milliarde Euro jährlich.

Junge Paare wünschten eine fairere gemeinschaftliche Aufteilung der Zeit für Kinder, aber auch der Arbeitszeit, sagte Schwesig. Modelle, bei denen meist der Vater voll arbeite, die Mutter aber gar nicht oder nur sehr stark reduziert, taugten für viele nicht.

Das Familiengeld solle an das Elterngeld anknüpfen, das nur für das erste Lebensjahr von Kindern gelte, erläuterte die Ministerin. In dem Konzept geht das Ministerium davon aus, dass 20 Prozent der Eltern eine solche neue Leistung nutzen dürften. Auch für getrennt lebende Eltern solle es je 150 Euro pro Kind geben. Komplett Alleinerziehende sollen den gesamten Festbetrag von 300 Euro bekommen.

Schwesig warb um Unterstützung für ihr Modell, das aber auch über die Zeit nach der Bundestagswahl 2017 hinaus weisen solle. Von der Union als Koalitionspartner kam umgehend Kritik. «Der neue Geldsegen steht weder im Koalitionsvertrag, noch ist er gegenfinanziert», sagte Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU).

Bank-Beschäftigte erhalten mehr Geld

Das Zinstief belastet auch die Beschäftigten im Bankensektor. Nach vier Verhandlungsrunden kommt es in Wiesbaden zu einer Einigung. Die angespannte Lage der Branche ist spürbar.
Bank-Beschäftigte erhalten mehr Geld

Die Beschäftigten der öffentlichen und privaten Banken bekommen mehr Geld. Die Tarifparteien einigten sich in der vierten Verhandlungsrunde am 12.Juli in Wiesbaden auf einen neuen Gehaltstarifvertrag mit einer Laufzeit von 33 Monaten bis Ende Januar 2019, wie die Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi mitteilten. Die Gehälter für die mehr als 200 000 Beschäftigten werden demnach in drei Stufen erhöht: ab Oktober 2016 um 1,5 Prozent, ab Januar 2018 um 1,1 Prozent und ab November 2018 erneut um 1,1 Prozent. Auszubildende erhalten ab Oktober 2016 eine Gehaltserhöhung um 50 Euro.
Verdi hatte 4,9 Prozent mehr Geld verlangt. Für Auszubildende forderte sie 80 Euro mehr. Die Arbeitgeber hielten dagegen, der Spielraum sei wegen des Zinstiefs begrenzt. Digitalisierung und schärfere Regulierung trieben zudem die Kosten. Es kam in etlichen Bundesländern zu Warnstreiks. Zur Einigung teilte der Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber, Heinz Laber, mit: «Angesichts der angespannten Branchenlage liegt dieser Abschluss an der Belastungsgrenze und ist nur durch die lange Laufzeit gerade noch vertretbar.»
Verdi-Verhandlungsführer und Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister erklärte: «Die Arbeitgeber haben ihre Branche als Krisenbranche dargestellt und ein Bild der Düsternis für die Zukunft gezeichnet.» Der Tarifabschluss sei nur «mit großen Anstrengungen» erreichbar gewesen.
Beide Seiten vereinbarten den Angaben zufolge überdies, außerhalb der regulären Gehaltstarifrunde über eine grundlegende Neuordnung des Tarif-Entgeltsystems und über eine attraktivere Ausbildung in Banken zu sprechen.

Zigarettenhersteller BAT baut 950 Stellen am Standort Bayreuth ab

Der Tabakkonzern British-American Tobacco (BAT) reagiert mit massivem Stellenabbau am Standort Bayreuth auf heftige Absatzeinbußen. «Wir müssen in Bayreuth circa 950 Stellen abbauen», sagte Ralf Wittenberg, Geschäftsführer des Konzerns in Deutschland, am 14. Juli in Bayreuth.
Zigarettenhersteller BAT baut 950 Stellen am Standort Bayreuth ab

«Das ist ein sehr schmerzlicher, aber unvermeidbarer Schritt.» Grund sei der rückläufige Tabakkonsum: In Westeuropa habe das Unternehmen im vergangenen Jahr 23 Milliarden Zigaretten weniger verkauft als vier Jahre zuvor. In Bayreuth sollen von bisher 1400 am Ende nur noch rund 370 Jobs erhalten bleiben.
Bis Ende 2017 soll laut dem Geschäftsführer die Produktion der bisher in Bayreuth hergestellten Fertigzigaretten sowie die bestimmter Halbfabrikate nach Polen, Ungarn, Rumänien und Kroatien verlagert werden. Die Verlagerung der verbleibenden Halbfabrikate soll dann bis Mitte 2018 beendet sein. «Wir sind uns der Konsequenzen bewusst», sagte Wittenberg. In Anbetracht der aktuellen Marktbedingungen bliebe jedoch keine andere Wahl, um BAT wettbewerbsfähig zu erhalten. Die Gespräche mit den Mitarbeitern würden unverzüglich beginnen.

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