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Kräftiges Lohnplus für Bauarbeiter

Bauarbeiten dpa

Die rund 800 000 Bauarbeiter in Deutschland sollen deutlich mehr Geld bekommen. Ein Schlichterspruch sieht im Westen eine Lohnerhöhung von 5,7 Prozent vor, für die Ost-Beschäftigen sind es insgesamt sogar 7,4 Prozent. Die Einigung zwischen den Bau-Arbeitgebern und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gelang am frühen Samstagmorgen (12. Mai) in Berlin nach 19 Stunden Verhandlungen. Streiks sind damit abgewendet.

Beide Seiten unterzeichneten den Schlichterspruch. Allerdings müssen die zuständigen Gremien dem Tarifvertrag noch zustimmen. Dazu bleibt ihnen Zeit bis zum 26. Mai. Der Schlichter Wolfgang Clement sagte, man habe «in einer für die Bauwirtschaft sehr guten ökonomischen Phase verhandelt». Es sei ein Ergebnis erreicht worden, «dass sich überall sehen lassen kann». Die Angleichung der niedrigeren Ost-Löhne an das Westniveau «ist unterwegs und geht voran», fügte der frühere Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit hinzu. Für die IG BAU hob Verhandlungsführer Dietmar Schäfers hervor, man habe den «besten Tarifabschluss in Deutschland in diesem Jahr» erreicht. Der Kompromiss enthalte auch den Einstieg in ein bundesweites 13. Monatseinkommen. Arbeitgeber-Verhandlungsführer Uwe Nostitz vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe erklärte: «Mit den 5,7 Prozent haben wir die absolute Obergrenze dessen erreicht, was unsere Unternehmen zu leisten vermögen. Auf der anderen Seite bietet die lange Laufzeit von 26 Monaten den Unternehmen Planungssicherheit, was unsere Zustimmung wiederum leichter gemacht hat.» Dem Schlichterspruch zufolge sollen die Beschäftigten im Westen zum 1. Mai rückwirkend 5,7 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit bis zum 30. April 2020 bekommen. Die Ost-Löhne sollen rückwirkend zum 1. Mai um 6,6 Prozent und dann nochmals um 0,8 Prozent zum 1. Juni 2019 steigen. Mit einer Forderung von 6 Prozent für 12 Monate war die IG BAU in die Verhandlungen gegangen. Für die Beschäftigten im Westen sind nun zusätzlich drei Einmalzahlungen von insgesamt 1100 Euro vereinbart. Die Ost-Bauarbeiter sollen eine Einmalzahlung von 250 Euro im November 2019 erhalten. Die Beträge entsprechen nach Angaben der Gewerkschaft einem Volumen von 2,75 Prozent im Westen und 0,63 Prozent im Osten. Das 13. Monatseinkommen wird bislang in einigen Bundesländern zu 55 Prozent gezahlt, in anderen Ländern nur von der Bauindustrie und nicht vom Baugewerbe, in wiederum anderen gar nicht. Nun wird es überall eingeführt und in Stufen mehrmals bis zum Jahr 2022 angehoben. Für Unterbringung und Fahrtkosten beim Besuch von weit entfernten Berufsschulen bekommen Auszubildende einen monatlichen Pauschalbetrag von 60 Euro. Das strittige Thema eines Wegegeldes für Fahrten zu den Baustellen wurde in der Schlichtung nicht geklärt. Es soll nach Übereinkunft beider Seiten später bei einer Überarbeitung des Bundesrahmentarifvertrages diskutiert werden. (dpa)