Flexibles Arbeiten

Mehr flexible Arbeitsmöglichkeiten würden mehr Frauen in die Chefetagen deutscher Unternehmen und die Wirtschaft kräftig in Schwung bringen. Das geht aus einer Studie hervor, die die Initiative «Chefsache» am 29. Mai in Berlin vorgestellt hat. Durch höhere Chancengerechtigkeit könnte bis 2025 demnach ein zusätzliches Wachstum von 12 Prozent oder 422 Milliarden Euro erzielt werden. «Das ist natürlich einfach eine ökonomische Größe, von der ich sagen würde: Kann sich kein Land erlauben, darauf zu verzichten», sagte Janina Kugel, Personalvorstand der Siemens AG, bei der Vorstellung des Berichts.
Flexibles Arbeiten

Die Initiative, ein Zusammenschluss von 21 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Medien, setzt sich seit 2015 für ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen in Führungspositionen ein.

Obwohl Frauen gut die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, tragen sie laut der Studie nur mit 38 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Vor allem in den Chefetagen arbeiten noch immer deutlich weniger Frauen als Männer.

Flexibles Arbeiten trage dazu bei, den Anspruch eines Führungsjobs mit dem Familienleben besser zu vereinbaren. Schon jetzt sei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben das wichtigste Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers, heißt es in der Studie.

Dennoch sei flexibles Arbeiten «ein Thema, das in Deutschland noch immer ein Schattensein führt», sagte der Deutschlandchef der Unternehmensberatung McKinsey, Cornelius Baur. Dabei sei es auch in Chefetagen sinnvoll und möglich. «Das muss von den Führungen der Unternehmen kommen und auch vorgelebt werden.»

Um das wirtschaftliche Potenzial auszuschöpfen, müsste der Anteil weiblicher Arbeitnehmer von 54,7 auf 59,3 Prozent steigen; die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche müsste um 2 Stunden auf 32,5 steigen. Derzeit laste allerdings noch der Großteil an Familien- und Hausarbeit auf Frauen.

Die Initiative gibt anderen Unternehmen in einem Leitfaden drei Modelle an die Hand: mobiles Arbeiten - etwa von zu Hause aus -, reduzierte Vollzeit mit 30 bis 34 Arbeitsstunden pro Woche und Jobsharing, bei dem sich zwei Vollzeitkräfte eine Stelle teilen. Man müsse weg von einer Präsenz- zu einer Leistungskultur, sagte Bernhard Beck, Personalvorstand des Energieunternehmens EnBW. «Es geht im Grundsatz darum, dass man die Führungskräfte am Ergebnis ihrer Arbeit misst und nicht so am Thema, wie oft sieht man sie.»

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