EVG fordert bei Bahn 7,5 Prozent

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Mit einer Forderung nach 7,5 Prozent mehr Geld zieht die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn AG. Erneut will es die DGB-Gewerkschaft ihren Mitgliedern ermöglichen, statt der Lohnerhöhung eine kürzere Wochenarbeitszeit oder zusätzliche Urlaubstage zu wählen.

Das hat die gewerkschaftliche Tarifkommission gestern (19. September) in Fulda beschlossen, wie die EVG mitteilte. Zudem solle die monatliche Ausbildungs- und Studienvergütung für alle Nachwuchskräfte um 150 Euro angehoben werden, der Mietzuschuss für sie steigen und einheitlicher Urlaubsanspruch von 28 Tagen gelten. Laut einer EVG-Mitgliederbefragung wollen 44 Prozent der Beschäftigten die Option «noch einmal mehr Urlaub» wählen, berichtete die Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Bei der erstmaligen Wahlmöglichkeit für das Jahr 2018 hatten laut Bahn 58 Prozent die sechs zusätzlichen Urlaubstage genommen. Nur jeder 50. wählte die kürzere Wochenarbeitszeit, 40 Prozent nahmen das höhere Entgelt. Die Bahn musste nach eigenen Angaben 1500 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um den Ausfall zu kompensieren. Vor einigen Tagen hatte Bahn-Personalmanagerin Sigrid Heudorf im «Handelsblatt» erklärt, dass bei der Arbeitszeitverkürzung das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Auch die beim Zugpersonal konkurrierende Lokführergewerkschaft GDL verlangt 7,5 Prozent mehr Geld, erhebt aber darüber hinaus auch von der EVG abweichende Forderungen. Die Deutsche Bahn AG erklärte in Berlin, die Forderungspakete beider Gewerkschaften sorgfältig bewerten zu wollen. Es bleibe das erklärte Ziel, für gleiche Berufsgruppen gleiche Ergebnisse zu erzielen. Die Verhandlungen beginnen am 11. Oktober mit der EVG und am 12. Oktober mit der GDL je in Berlin. Die Tarifverträge laufen zum 30. September 2018 aus. Laut Bahn wird für 154 000 Mitarbeiter verhandelt. (dpa)