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Halberg Guss schließt Leipziger Werk früher

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Der Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) wird sein Werk in Leipzig früher schließen und in Saarbrücken mehr Arbeitsplätze abbauen. Damit reagiere das Unternehmen auf eine schlechtere Auftragslage wegen des langen Konflikts mit der Gewerkschaft IG Metall, teilte die Geschäftsführung der NHG am 27. September in Frankfurt mit. Der Standort Leipzig werde bereits Ende März 2019 statt Ende 2019 geschlossen. Und in Saarbrücken würden bis Ende März 2019 rund 400 Stellen gestrichen - bislang war von einem Wegfall von 300 Arbeitsplätzen die Rede gewesen.

Ein «forcierter Kapazitäts- und Stellenabbau» sei nun unumgänglich, erklärte NHG. Die Auftragslage habe sich im Vergleich zum Mai, als die Gespräche mit IG Metall begannen, «deutlich verschlechtert». Kunden hätten Aufträge bei anderen Zulieferern platziert und den Abzug weiterer Bestellungen angekündigt. Die NHG gehe davon aus, dass sich die Produktion bis Mitte 2019 mehr als halbieren werde. In den vergangenen vier Monaten habe die Geschäftsleitung vergeblich versucht, mit der IG Metall einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln, hieß es. Die sei auch mit einem Schlichter nicht gelungen: Mitte September hatte die NHG die Schlichtung für gescheitert erklärt. Grund sei gewesen, dass die Gewerkschaft auf Forderungen beharrt habe, die das Unternehmen in die Insolvenz getrieben hätten. Die IG Metall kritisierte die schnelle Schließung in Leipzig und den erhöhten Stellenabbau in Saarbrücken. «Die erneute Verschärfung der Situation hat ihre Ursache im unverantwortlichen Verhalten der Geschäftsführung», teilte die Gewerkschaft mit. «Wir widersprechen deshalb den Schuldzuweisungen der Geschäftsführung von Halberg Guss scharf.» Die IG Metall habe versucht, konstruktive Lösungen zu finden. «Unsere Forderung nach einem Zukunftskonzept für das Unternehmen war und ist richtig», sagte der Leiter des Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger. Die Schlichtung lief seit Ende Juli - nach rund sechs Wochen Streik. Der Ausstand habe die Auslastung beider Werke nach Wiederanlaufen der Produktion deutlich verschlechtert, teilte die NHG mit. In Leipzig gibt es rund 700 Beschäftigte, in Saarbrücken rund 1500 Jobs. Der Zulieferer von Motorblöcken und Antriebswellen gehört zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe der Familie Hastor. Ein parallel laufender Verkaufsprozess komme nicht voran, erklärte NHG. Es gebe einen Investor, der mehrmals angekündigt habe, ein Angebot vorzulegen, sagte der Sprecher der Geschäftsführung. «Bis dato hat er es aber nicht getan.» Mit einem ersten Bieter, den das Wirtschaftsministerium des Saarlands vermittelt hatte, seien die Eigentümer der NHG zwar einig. Der Investor habe aber von Kunden und IG Metall keine Unterstützung bekommen und sich daher zurückgezogen. Die NHG erklärte: «Wir bedauern den jetzt notwendigen Stellenabbau sehr.» Er sei nicht nur schmerzlich für die betroffenen Mitarbeiter. Nach dem «dramatischen Auftragsverlust» müsse die Geschäftsleitung aber «im Interesse der verbleibenden Arbeitsplätze entschlossen handeln». Nur «bei vermindertem Produktionsniveau» könne «eine stabile Geschäftsentwicklung für die Zukunft gesichert werden». (dpa)