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Arbeitgeberangebot nicht verhandlungsfähig

Versicherung dpa tmn
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) endete am 30. Oktober 2019 in Hannover ohne Ergebnis. Ein Angebot der Arbeitgeberseite lehnte ver.di als unzureichend ab. Verhandelt wird für rund 170.000 Beschäftigte im Innendienst der privaten Versicherungswirtschaft.

"Das Angebot der Arbeitgeber ist nicht verhandlungsfähig und deutlich zu gering", betont ver.di-Verhandlungsführerin Martina Grundler. Die Arbeitgeber boten nach fünf Nullmonaten in drei Schritten 1,7 Prozent, 1,2 Prozent und 1,1 Prozent bei einer Laufzeit von 34 Monaten an. Umgerechnet auf die Laufzeit bedeutet dieses Angebot eine Erhöhung von durchschnittlich 1,18 Prozent pro Jahr für die Beschäftigten. Nach Abzug der Inflationsrate bewertet ver.di dies als "Nullnummer". Martina Grundler: "Die Versicherungsangestellten erwarten von ihren Arbeitgebern, dass sie für ihre gute Arbeit eine entsprechende Anerkennung erhalten und ihnen Respekt entgegengebracht wird. Das vorgelegte Angebot widerspricht den Erwartungen immens." Die Beschäftigten würden mit immer höheren Leistungen und einer Arbeitsverdichtung die Gewinne der Branche erwirtschaften, dafür müssten sie jetzt auch eine Gegenleistung erhalten, so die Gewerkschafterin. Grundler forderte die Arbeitgeber auf, in der nächsten Runde ein deutlich verbessertes verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Neben dem geringen Gehaltsangebot hätte die Arbeitgeberseite zudem Gegenforderungen aufgestellt. Dabei ging es ihnen um die Verlängerung der Höchstdauer bei der Arbeitnehmerüberlassung sowie die Herausnahme der übertariflich bezahlten Angestellten aus der tarifvertraglich geregelten Arbeitszeit. Diese Forderungen lehnt ver.di ausdrücklich ab. "Wir akzeptieren keine Verschlechterungen im Manteltarifvertrag im Austausch gegen ein Gehaltsangebot", betont die Gewerkschafterin. ver.di fordert eine Erhöhung der Gehälter um 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will ver.di eine neue Wahlmöglichkeit der Beschäftigten bei der Arbeitszeit durchsetzen. Sie sollen künftig Tariferhöhungen in zusätzliche freie Tage umwandeln können. Daneben stehen in dieser Tarifrunde für ver.di die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und ein Rückkehrrecht auf Vollzeit für die heute tätigen Teilzeitbeschäftigten, die nicht unter die neue Brückenteilzeit fallen, auf der Agenda. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 29.11.2019 in München statt. (Text: ver.di)