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Warnstreik und Geldverzicht bei Bosch

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Foto: dpa

Zahlreiche Mitarbeiter des Autozulieferers Bosch haben in Bremen gegen die Schließung ihres Werks noch in diesem Jahr protestiert. Rund 250 Mitarbeiter beteiligten sich von 4 Uhr an am ersten Warnstreik in der Auseinandersetzung, wie der Geschäftsführer der IG Metall Bremen, Volker Stahmann, am heutigen Donnerstag (9. Januar) sagte.

Bosch wolle das Werk zum Jahresende 2020 schließen, obwohl es noch Aufträge und damit mögliche Beschäftigung bis Ende 2023 gebe. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) unterstützte die Mitarbeiter am Morgen vor Ort am Werk im Stadtteil Huchting, wie Stahmann sagte. Im Dezember hatte die Gewerkschaft Gespräche mit Bosch abgebrochen, weil der Arbeitgeber sich geweigert habe, über eine Weiterführung der Produktion über 2020 hinaus zu verhandeln. Nach dem Warnstreik wolle man jetzt wieder auf das Unternehmen zugehen und hoffe auf einen neuen Verhandlungstermin noch im Januar, sagte Stahmann. Bosch will angesichts der Konjunktur- und Autokrise an mehreren deutschen Standorten Stellen abbauen. Im Werk in Bremen sollen 240 Stellen in der Lenksystemsparte wegfallen. Das hatte der Konzern im Oktober mitgeteilt. Bosch teilte mit Blick auf den Warnstreik auf Anfrage mit, man habe angesichts der Situation «großes Verständnis» für die Sorgen der Beschäftigten. Es sei das Ziel, mit Blick auf die Erarbeitung eines Zeitplans weiterzuverhandeln, zu einem «guten» Ergebnis zu kommen und den Mitarbeitern zeitnah Gewissheit zu verschaffen, hieß es. Bosch-Mitarbeiter an zwei Südwest-Standorten verzichten auf Geld: Der Autozulieferer Bosch hat sich verpflichtet, beim angekündigten Stellenabbau an den Standorten Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen bis Ende 2022 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Im Gegenzug reduzieren die dort beschäftigten Mitarbeiter der Antriebssparte vorerst bis Ende 2021 ihre Arbeitszeit und müssen damit auf einen Teil ihres Geldes verzichten, wie der Konzern im Dezember mitteilte. Das Unternehmen hatte Ende Oktober bekanntgegeben, angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos in den kommenden zwei Jahren zusammen 1600 Stellen in Feuerbach und Schwieberdingen streichen zu wollen. Die nun vereinbarte Arbeitszeitreduzierung für viele der dort beschäftigten 9600 Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Powertrain Solutions in Verwaltung und Entwicklung entspreche dem Abbau von rund 500 Stellen, sagte ein Sprecher. Weitere 300 Arbeitsplätze sollten über Abfindungen, Versetzungen und Vorruhestandsregelungen wegfallen. Wie die weiteren 800 Stellen abgebaut werden sollen, ließ der Sprecher offen. Darüber werde perspektivisch auch in Abhängigkeit von der weiteren Markt- und Auftragsentwicklung zu sprechen sein. Die Pläne für Feuerbach und Schwieberdingen sehen vor, dass Mitarbeiter mit einer wöchentlichen Regelarbeitszeit mit mehr als 35 Stunden von Januar 2020 an reduzieren müssen. Beschäftigte mit einer 40-Stunden-Woche sollen nur noch 36,5 Stunden tätig sein. Zudem werden die Mitarbeiter verpflichtet, ein tariflich ausgehandeltes Zusatzgeld in Form von zusätzlichen freien Tagen abzufeiern. Bisher hatte es auch die Möglichkeit gegeben, sich Geld auszahlen zu lassen. Im Zuge der Auto- und Konjunkturkrise hatte Bosch den Abbau von bisher rund 3500 Stellen an mehreren deutschen Standorten bekanntgegeben. In Bamberg hatten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zuletzt bereits auf eine Verkürzung der Arbeitszeit geeinigt. An den Standorten in Schwäbisch Gmünd, Bremen und Reutlingen liefen die Gespräche noch, sagte der Sprecher. (Text: dpa)