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Bahnindustrie mit Umsatzrekord

Bahnindustrie dpa zentralbild
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Bahnindustrie hat in der Corona-Krise von gut gefüllten Auftragsbüchern profitiert und im ersten Halbjahr einen Rekordumsatz erzielt. Weil jedoch vor allem aus dem Ausland derzeit kaum neue Bestellungen hinzukommen, dürfte sich die Lage der Branche aus Sicht ihres Verbands bald deutlich verschlechtern. «Die Lieferketten haben in der Krise gehalten», sagte der Präsident des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), Andre Rodenbeck, am 20. Oktober in Berlin. «Das belegt der sehr dynamische Umsatz.»

Dieser stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel auf 6,4 Milliarden Euro. «Ein Plus, das die hohen Auftragseingänge der letzten beiden Jahre reflektiert», sagte Rodenbeck. «Und ein Plus, das die Resilienz der Bahnindustrie in Deutschland spiegelt.» 4,4 Milliarden Euro entfielen davon demnach auf den Verkauf von Schienenfahrzeugen wie Lokomotiven und Züge. Den übrigen Umsatz machte die Branche mit Komponenten für die Schieneninfrastruktur. Rund 40 Prozent des Geschäfts macht die deutsche Bahnindustrie im Ausland. Und das könnte in den kommenden Monaten zum Problem werden. «Der Auftragseingang im Export bricht massiv ein», sagte Rodenbeck. «Das macht uns sehr große Sorge.» Um rund ein Drittel ging demnach der Eingang neuer Order aus dem Ausland zurück und lag im ersten Halbjahr damit bei einem Volumen von lediglich 2,3 Milliarden Euro, nach 3,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019. Während die Nachfrage nach Infrastrukturkomponenten sowohl im Inland aus auch im Ausland in den ersten sechs Monaten zum Teil deutlich gestiegen ist, fehlten die Aufträge vor allem mit Blick auf Schienenfahrzeuge. Um mehr als die Hälfte brach dort der Auftragseingang aus dem Ausland ein und lag im ersten Halbjahr bei 1,4 Milliarden Euro. Weil in Deutschland Bahn und Bund die Investitionen in die Schiene in den vergangenen Monaten deutlich hochgefahren haben und auch in der Krise daran festhalten, ist die Lage im Inland entspannter. Die künftigen Umsatzeinbußen aus dem Ausland wird sie aus Sicht des Verbands aber nicht kompensieren können. Rodenbeck sprach sich deshalb dafür aus, im Konjunkturpaket vorgesehene Investitionen in die Bahn-Infrastruktur schneller umzusetzen als bislang geplant. Vor allem die oft noch veralteten Stellwerke ließen sich so schneller modernisieren. Mehrere Tausend Arbeitsplätze könnten entstehen. (Text: dpa)