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Tarifeinigung in Kautschukindustrie

Reifenlager dpa
Foto: dpa

Einigung nach harten Gesprächen: IG BCE und Arbeitgeber haben sich in der zweiten Verhandlungsrunde in Hannover auf einen Tarifabschluss in der Kautschukindustrie geeinigt. Die 25.000 Beschäftigten der Branche bekommen einen Corona-Bonus, eine dauerhafte jährliche Zahlung, eine Entgelterhöhung und ihr Kurzarbeiter-Zuschuss wird verdoppelt.

Marc Welters, Verhandlungsführer der IG BCE: „Wir haben ein gutes Gesamtpaket geschnürt, das die Arbeit der Beschäftigten wertschätzt. Und sie haben dadurch mehr Geld in der Tasche.“ Wichtig sei außerdem die Einrichtung eines Zeit-Geld-Kontos im Rahmen der dauerhaften jährlichen Zahlung: „Damit können die Beschäftigten zwischen den beiden Komponenten wählen.“ Die Verdopplung des Zuschusses zum Kurzarbeitergeld für IG-BCE-Mitglieder gebe ein Stück Sicherheit. Betriebe hingegen, denen es sehr gut gehe, müssten ihre Beschäftigten daran teilhaben lassen. „Mit dem Extra beim Corona-Bonus garantieren wir das“, so Welters. DER ABSCHLUSS IM DETAIL: Corona-Bonus in Höhe von 500 Euro netto (250 Euro für Auszubildende), zahlbar im Juni 2021. Unternehmen mit einem Umsatzergebnis von über 5 Prozent im vergangenen Jahr zahlen 800 Euro (400 Euro für Auszubildende). ab 1. April 2022: Erhöhung der Vergütungen um 1,7 Prozent. Auszubildende erhalten pauschal 50 Euro. ab 1. April 2023: Die Beschäftigten erhalten eine dauerhafte jährliche Zahlung. Sie beträgt 26 Prozent eines Monatseinkommens (29 Prozent für Beschäftigte im vollkontinuierlichen Schichtbetrieb). Das entspricht mindestens fünf freien Tagen. Die Auszahlung ist in Zeit oder in Geld möglich (Kautschuk-Zeit-Geld-Konto). Erhöhung des Kurzarbeitergeldzuschusses: IG-BCE-Mitglieder erhalten exklusiv einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld. Mit diesem Tarifabschluss wurde diese Leistung verdoppelt: Bisher betrug der Zuschuss pro Beschäftigten pro Jahr betrug 480 Euro. Gezahlt wird er von dem sozialpartnerschaftlich getragenen „Verein zur Beschäftigungsförderung“. Der Tarifvertrag läuft 26 Monate bis zum 31. Mai 2023. Neben großen Reifenherstellern zählen zahlreiche kleinere Unternehmen zur Kautschukbranche, die in ihrer Nische sogar oft Weltmarktführer sind. Rund die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in der Auto- oder Autozuliefererindustrie. Andere Unternehmen in der Kautschukbranche produzieren zum Beispiel Abdichtungen von Fenstern, Förderbänder oder Badekappen. Regionale Schwerpunkte sind in Fulda, Hanau, Fürstenwalde, Hannover, Riesa, Breuberg, Hann. Münden und Hamburg. Große Betriebe sind unter anderem der Reifenhersteller Goodyear und der Hersteller von Kautschuk- und Kunststoffprodukten ContiTech. (Text: IG BCE - Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie)