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Schub für den Export

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Foto: dpa

Deutschlands Exporteure lassen die Corona-Krise hinter sich und sind zurück auf Erfolgskurs. Im ersten Quartal 2021 stiegen die Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,4 Prozent auf 332,6 Milliarden Euro. Ein Rekordplus gab es im März. Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, sprach am Freitag (7. Mai) von einer enormen «Aufholjagd». Gute Nachrichten kamen auch von der Industrie.

Die Ausfuhren kletterten im März gegenüber dem schwachen Vorjahresmonat, bei dem die Beschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie erste Spuren hinterlassen hatten, deutlich um 16,1 Prozent auf 126,5 Milliarden Euro. Das sei der stärkste Zuwachs in einem Monat gewesen, erläuterten die Wiesbadener Statistiker. Gegenüber Februar 2021 legten die Exporte unerwartet kräftig um 1,2 Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. «Dass die deutschen Unternehmen trotz der Corona-Pandemie so schnell und so gut wieder Tritt fassen konnten im weltweiten Handel, beweist ihre starke Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität im Umgang mit Herausforderungen», sagte Börner. Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sorgt der erneute Schub des Exportgeschäfts im März in der Industrie «für einen optimistischen Blick in die Zukunft». Die Wirtschaft steuere schwungvoll auf einen Wachstumskurs zu, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Das billionenschwere US-Konjunkturprogramm schaffe zusätzliche Nachfrage nach europäischen Produkten. Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, war der Einbruch des deutschen Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal 2021 «vorerst die letzte negative Episode in der Corona-Geschichte.» Commerzbank-Ökonomen erhöhten ihre Konjunkturprognose für das Gesamtjahr. Sie rechnen nun mit einem Anstieg des BIP in Europas größter Volkswirtschaft um 4,0 Prozent statt wie bisher um 3,5 Prozent. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet «einen Post-Corona-Boom.» Das Vorkrisenniveau vom vergangenen Februar unterschritt der Export im März 2021 allerdings noch knapp um 0,9 Prozent. Die Importe toppten es dagegen um 6,7 Prozent. In den ersten drei Monaten legten die Einfuhren um 2,4 Prozent auf 280 Milliarden Euro zu. Besonders groß war die Nachfrage nach «Made in Germany» in China. Die Ausfuhren in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stiegen gegenüber März 2020 um knapp 38 Prozent. Tiefe Spuren hinterließ weiterhin der Brexit im Handel mit Großbritannien, das zum Jahreswechsel den Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion vollzogen hatte. Die Ausfuhren in das Land brachen gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,2 Prozent ein. Die Corona-Krise hatte im vergangenen Jahr tiefe Löcher in die deutsche Exportbilanz gerissen. Für das laufende Jahr rechnet der Außenhandelsverband BGA mit einem deutlichen Plus. Die deutsche Industrie steigerte ihre Produktion im März deutlich. Die Gesamtherstellung lag nach Angaben des Statischen Bundesamtes 2,5 Prozent höher als im Februar. In den ersten beiden Monaten des Jahres hatten Betriebe wegen Lieferengpässen bei Material Probleme gehabt, die Aufträge abzuarbeiten. Das teils kalte Winterwetter belastete zudem den Bau. Inzwischen wächst in der deutschen Industrie die Zuversicht. Nahezu alle Branchen wollen ihre Produktion ausweiten, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. In der monatlichen Ifo-Unternehmensumfrage zu den Produktionsplänen kletterte der Indikator im April auf 33,1 Punkte, nach 30,2 Punkten im März. «Die Auftragsbücher füllen sich, und es gibt immer noch Nachholbedarf nach dem Krisenjahr», sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. «Insbesondere die Elektronikindustrie und die Automobilbranche wollen ihre Produktion stark ausweiten.» Im Maschinenbau legte der Wert ebenfalls zu. (Text: Friederike Marx, dpa)