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Bei Gebäudereinigern droht neuer Tarifkonflikt

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Im Gebäudereiniger-Handwerk mit mehr als 700 000 Beschäftigten droht ein neuer Tarifkonflikt unter anderem um Überstunden und Weihnachtsgeld. Der Bundesinnungsverband hat als Arbeitgeber den seit über sieben Jahren gültigen Rahmentarifvertrag am gestrigen Donnerstag (25. April) gekündigt und die IG Bauen Agrar Umwelt zu Verhandlungen aufgefordert, die «so schnell wie möglich» beginnen sollten. Die Friedenspflicht endet zum 31. Juli.

Als Grund nannte Geschäftsführer Johannes Bungert die geänderte Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zu Mehrarbeitszuschlägen, die nun auch an Teilzeitbeschäftigte gezahlt werden müssen. Weil dies gegen den klaren Wortlaut des Tarifvertrags verstoße, sei man nun zur Kündigung gezwungen. Die BAG-Entscheidung gelte auch für den Tarifvertrag der Gebäudereiniger, sagte IG-BAU-Vorstandsmitglied Ulrike Laux der Deutschen Presse-Agentur. «Jede Überstunde muss mit einem Zuschlag von 25 Prozent bezahlt werden.» Nun sei die Absicht der Arbeitgeber klar: «Sie wollen an die Zuschläge ran - und damit Reinigungskräfte um das bringen, was ihnen zusteht.» Überstunden seien gerade für Teilzeitkräfte an der Tagesordnung. Auf die Forderung nach schnellen Verhandlungen reagierte Laux reserviert und erinnerte an den vom Innungsverband abgeschmetterten Vorstoß aus dem vergangenen Jahr, den Beschäftigten ein Weihnachtsgeld zu zahlen. Außerdem will die Gewerkschaft Boni für Branchentreue und passendere Eingruppierungen der Fachkräfte erreichen. Man werde diese und weitere Themen auf die Verhandlungsordnung setzen. «Wir stellen uns auf einen Tarifkonflikt ab dem 1. August ein.» (Text: dpa)